Holocaust Überlebende zu Gast Im Checkpoint

Eine Begegnung mit Überlebenden des Holocaust findet am Dienstag, dem 13.9. im Jugendcafé Checkpoint statt.

 

Die überwiegend osteuropäischen Juden, die die Unterdrückung des Nazi-Regimes miterlebt haben, sind auf Einladung der Hagener Initiative „Marsch des Lebens“ zu Gast. Ziel des Besuches ist das Gedenken an den Holocaust wach zu halten, und Wege der Versöhnung zu eröffnen.

 

Im Rahmen einer kleinen Stadtführung auf den Spuren von Charly Kipper werden Jugendliche den Gästen zuvor einige Punkte des Erinnerns in der Iserlohner Innenstadt erläutern. Zu diesen Punkten gehören auch Stolpersteine der Familie Braw an der Trift 1, die im Beisein der amerikanischen Familie erst im Juni durch das Checkpoint und den Jugendschutz der Stadt Iserlohn verlegt wurden.

 

Im Checkpoint gibt es anschließend im informellen Rahmen die Möglichkeit zur Begegnung. Zwei der Zeitzeugen werden aus ihren Erfahrungen berichten und eine filmische Dokumentation der Recherche rund um das Schicksal der Familie Brav wird präsentiert.

 

Interessenten sind zu der Stadtführung um 16.00 Uhr am jüdischen Mahnmal am Stadtbahnhof oder ab 16.50 Uhr zu Begegnung, Austausch und Filmpräsentation im Checkpoint, Kurt Schumacher Ring 12-14 eingeladen.

 

 

 


Ignaz Braw, jüdischer Bürger Iserlohns mit polnischen Wurzeln, war Inhaber eines kleinen Bekleidungsgeschäftes am Dicken  Turm 3 und musste erleben, dass zunächst Kundenboykotte und schließlich die Gestapo 1938 den Druck auf ihn immer mehr erhöhte und ihn zum Untertauchen zwang. Edith blieb zunächst in Iserlohn und später in Berlin, um zumindest an ihre ersparten Rücklagen zu kommen und musste dabei sogar zwischenzeitlich die Trennung  von ihren zweijährigen Zwillingen Max und Lothar in Kauf nehmen

 

Das Geld hätte möglicherweise die Flucht zu Verwandten in die USA ermöglicht. Doch die mehr und mehr verzweifelten Versuche blieben erfolglos. Der Weg von  Edith und ihren Kindern führte ins jüdischen Ghetto in Tarnow, wo sie letztlich auch getrennt von Ignatz blieben.

 

Denn dem Vater Ignatz fehlten die nötigen Papiere, um in Polen bleiben zu können, so dass er weiter nach Osten, nach Lwow (deutsch: Lemberg)  in die heutige Ukraine floh.

 

Die Informationen und  Quellen über die Familie reißen im Jahr 1941 ab es ist davon auszugehen, dass sie getrennt voneinander, wahrscheinlich im Jahr 1942 gewaltsam den Tod fanden.